Ein Herbstabend am Daisen

エピソード74の写真編。日曜日に車で鳥取の大山へ。石畳の参道と神社、日本海に沈む夕日、無料の足湯。

Am Sonntag sind wir mit dem Auto zum Daisen gefahren. Darüber habe ich schon in Folge #74 gesprochen, hier kommen die Bilder dazu. Der Daisen ist ein Vulkan in der Präfektur Tottori, 1.729 Meter hoch und der höchste Berg im Westen von Honshu. Losgefahren sind wir mittags, nach ungefähr dreieinhalb Stunden waren wir da.

Der Daisen mit seinem spitzen Gipfel unter blauem Himmel, davor ein Parkplatz und ein Schild der Milchfarm Milk no Sato.
Die Westseite des Daisen, von der Milchfarm aus.

Gegen halb vier waren wir auf der Westseite. Von dort sieht der Berg ziemlich gleichmäßig aus, fast wie der Fuji. Deshalb nennt man ihn auch „Hōki-Fuji“, nach dem alten Namen der Gegend. Die Straße nach oben ist steil, und unser kleiner Nissan hatte ganz schön zu kämpfen. Ich musste ordentlich Gas geben, und trotzdem ging es nur langsam vorwärts. Auf knapp 700 Metern haben wir angehalten.

Dort liegt eine kleine Milchfarm, die „Daisen Makiba Milk no Sato“: Kühe, eine große Weide, ein Laden mit Milchprodukten und Softeis aus eigener Milch. Im Winter ist der Hang daneben ein Skigebiet, mit Lift und allem.

Eine grüne Wiese mit Holzzaun, im Hintergrund Kiefern, Berge und das Meer.
Blick von der Weide bis zum Japanischen Meer.

Das Eis haben wir am Ende ausgelassen. Die Schlange war zu lang, und insgesamt war es mir dort zu voll. An einem sonnigen Sonntag im Oktober hat eben jeder dieselbe Idee. Also sind wir die Straße am Berg entlang weitergefahren, bis zum Dorf Daisen-ji. Dort war deutlich weniger los.

Daisen-ji ist ein kleines Dorf um einen buddhistischen Tempel herum, der über 1.300 Jahre alt ist. Früher haben hier oben viele Mönche gelebt, heute gibt es ein paar Gasthäuser, Cafés und Läden. Vom Dorf führt ein Weg aus alten Steinplatten durch den Wald zum Ōgamiyama-Schrein. Er ist ungefähr 700 Meter lang und soll der längste Weg dieser Art in Japan sein. Die Steine sind uneben und teilweise rutschig, feste Schuhe sind also keine schlechte Idee.

Ein hoher Nadelbaum zwischen Häusern, dahinter die Felswände des Daisen und Bäume mit orangefarbenem Laub.
Im Dorf Daisen-ji. Direkt hinter den Häusern fangen die Felsen an.

Mit dem Wetter hatten wir Glück: klarer Himmel, angenehme Temperaturen und endlich nicht mehr so schwül wie im Sommer. Die ersten Blätter hatten sich schon verfärbt, und in der tiefen Sonne sah die ganze Umgebung goldbraun aus. Als wir vom Schrein zurückkamen, ging gerade die Sonne unter. Von der Dorfstraße aus sieht man bis zum Meer, und dort ist sie langsam versunken.

Eine gepflasterte Straße führt bergab zwischen dunklen Bäumen, am Horizont ist der Himmel orange über dem Meer.
Die Dorfstraße kurz nach Sonnenuntergang. Hinten das Meer.

Direkt am Weg gibt es ein Fußbad unter freiem Himmel, mit Wasser aus einer heißen Quelle. Es kostet nichts: Schuhe aus, Socken aus, Füße rein. Nach der langen Fahrt und dem Weg über die Steine hat das gutgetan. Von Dezember bis April ist das Fußbad geschlossen, dann liegt hier oben Schnee. Im Winter will ich trotzdem wiederkommen, dann mit Übernachtung und einem richtigen Onsen.

Nach Sonnenuntergang wurde es am Berg schnell still. Die meisten Leute waren weg, man hörte nur noch die Insekten zirpen. Das ist in Japan im Herbst ganz normal, es gehört einfach dazu. Dann wurde es frisch, und wir sind im Dunkeln zurückgefahren. Bergab hatte der Nissan deutlich weniger Probleme.

Unterwegs haben wir an ein paar Raststätten angehalten, Kleinigkeiten gegessen und Kaffee getrunken. Insgesamt saßen wir ungefähr sieben Stunden im Auto. Für einen halben Tag ist das viel, aber es hat sich gelohnt.

Wie sich das Fahren auf japanischen Autobahnen anfühlt und warum sich hier kaum jemand ans Tempolimit hält, erzähle ich in Folge #74.

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