Ein deutsches Frühstück
ドイツの実家の朝ごはん。パン屋の小型パン、ゆで卵、祖母のジャム、そしてフィルターコーヒーの話。
Wenn ich in Deutschland bin und meine Eltern besuche, frühstücken wir fast immer zusammen. Nicht schnell im Stehen, sondern richtig am Tisch, so gegen acht oder halb neun. Für mich gehört das inzwischen genauso zum Besuch wie das Wiedersehen selbst.
Auf dem Tisch steht dann das, was ich ein typisches deutsches Frühstück nennen würde: frische Brötchen, Butter und mehrere Sorten Marmelade, Erdbeere und Waldbeere zum Beispiel. Dazu kommt der Belag für die Brötchen, also Käse, Wurst und dünn geschnittene Tomaten oder Gurken. Und natürlich ein gekochtes Ei, weich, mittel oder hart, je nachdem, wen man fragt. Die Eier stehen in kleinen Eierbechern auf dem Tisch, in allen möglichen Formen und Farben.
Bei meinen Eltern sitzen beim Frühstück auch die Hunde mit im Zimmer und warten geduldig auf ihr eigenes Frühstücksei. Wir hatten immer zwei, und die beiden haben sich ein Ei geteilt, natürlich klein gemacht. Ich weiß gar nicht, ob meine Eltern das heute noch so machen. Ich vermute schon.
Interessant ist, dass die Brötchen nicht überall gleich heißen. In Berlin sagen wir Schrippen, bei meinen Eltern in Mitteldeutschland sagt man Semmeln. Sie schmecken auch nicht überall gleich. Jede Bäckerei hat ihre eigene Art: mal sind sie härter, mal weicher, manchmal ist außen sogar eine Art Glasur. In meiner Heimat gibt es die besten Brötchen, finde ich. Aber das sagt wahrscheinlich jeder Deutsche über seine eigene Heimat.
In Berlin fand ich die Brötchen ehrlich gesagt nicht so gut, und es gibt dort immer weniger Bäckereien. Übrig bleibt oft nur die Backabteilung im Supermarkt. Das ist praktisch, aber mit einer richtigen Bäckerei kann man das nicht vergleichen: andere Konsistenz, anderer Geschmack. Ein bisschen teurer sind die Brötchen vom Bäcker vielleicht, dafür schmecken sie deutlich besser.
Dass die kleinen Bäckereien verschwinden, hat viel mit den Mieten zu tun. Seit der Corona-Zeit haben viele alte Geschäfte zugemacht, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten. Heute gibt es in Berlin fast nur noch Ketten oder sehr schicke, teure Cafés, und dort bekommt man meistens keine Brötchen. Dabei ist die typische deutsche Bäckerei eigentlich ein einfacher Ort: Brötchen, Brot in verschiedenen Sorten, ein paar fertig belegte Brötchen für den Weg zur Arbeit, dazu Kaffee, Kakao oder Tee. Nicht elegant, aber meistens schmeckt es genau dort am besten.
Auf dem Dorf gibt es außerdem etwas, das ich sehr mag: Man kann die Brötchen beim Bäcker bestellen, und sie kommen morgens ins Haus. Der Bäcker bei uns hat eine Liste mit Familien, zehn Brötchen hier, zwölf dort. Er steht mitten in der Nacht auf, vielleicht um drei, und um halb sieben hängt die Tüte mit den Brötchen an der Türklinke. Mein Vater hat das Geld dafür immer unter die Fußmatte gelegt, fünf Euro oder so. Das ist bis heute ganz normal, jedenfalls im Dorf meiner Eltern. In einer großen Stadt würde das natürlich nicht funktionieren.
Am liebsten mag ich auf dem Brötchen die Marmelade von meiner Oma. Sie kocht sie selbst, aus den Kirschen im Garten oder aus Johannisbeeren. Das sind diese ganz kleinen roten Beeren, die ziemlich sauer schmecken. Ich liebe sie. Früher standen mehrere Sträucher in ihrem Garten, aber das ist viel Arbeit, und mit den Jahren hat meine Oma das reduziert. Heute ist es, glaube ich, nur noch ein einziger Strauch, fast schon ein kleiner Baum. Im Juni und Juli hängen daran massenhaft Beeren.
Getrunken wird beim Frühstück Kaffee. In meiner Familie trinken ihn eigentlich alle. Früher stand eine ganz normale Filtermaschine in der Küche, mit einer großen Kanne dazu. Inzwischen haben meine Eltern sogar einen Vollautomaten. Aber ehrlich gesagt mag ich den einfachen Filterkaffee immer noch am liebsten.
Und bei dir? Wie sieht dein Frühstück aus, und was muss bei dir unbedingt auf den Tisch?