Der Herbst in Berlin

ベルリンで育った人から見た、ドイツの秋の記憶。

Wenn ich an den Herbst denke, denke ich zuerst an Berlin. Nicht an Japan, wo ich jetzt lebe, sondern an die Straßen, in denen ich aufgewachsen bin. Der Herbst kommt dort nicht leise. Er kommt mit kaltem Wind, mit nassen Blättern auf dem Gehweg und mit diesem speziellen Licht, das es nur im September und Oktober gibt.

Ich erinnere mich, wie ich als Kind mit meinen Eltern durch den Tiergarten gelaufen bin. Überall lagen Kastanien auf dem Boden, und wir haben sie gesammelt, obwohl wir nie wirklich wussten, was wir damit machen sollten. Es war einfach schön, sie in der Hand zu halten. Kalt, glatt und ein bisschen schwer.

In Berlin merkt man den Herbst auch am Geruch. Die Luft riecht anders, wenn die ersten Blätter fallen. Ein bisschen nach Regen, ein bisschen nach Rauch aus den Kaminen. Und dann sind da die Cafés, die plötzlich wieder voll sind, weil man drinnen sitzen will statt draußen. Ich habe viele Nachmittage in kleinen Cafés in Prenzlauer Berg verbracht, mit einem heißen Getränk und einem Buch, während draußen der Wind an den Fenstern gerüttelt hat.

Was ich am meisten vermisse, ist wahrscheinlich das Wetter selbst. Es klingt komisch, aber ich mag diesen Herbst, der einen zwingt, langsamer zu werden. In Japan ist der Herbst milder, freundlicher fast. Aber er hat nicht diese Schwere, die ich aus Berlin kenne. Diese Mischung aus Melancholie und Gemütlichkeit, die man auf Deutsch fast nicht richtig übersetzen kann.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diesen Podcast mache. Wenn ich über solche Erinnerungen spreche, bin ich für einen Moment wieder dort. Auf einer nassen Straße in Berlin, mit einer Kastanie in der Tasche.

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