Einkaufen im Secondhandladen
Secondhand shopping in Germany and Japan, and how you decide what flaws you can live with.
In Deutschland gehe ich gern in Secondhandläden. Man weiß nie, was man dort findet, und genau das gefällt mir. Manchmal stehe ich eine halbe Stunde vor einem Regal und stöbere herum, ohne etwas zu kaufen. Das ist für mich kein verlorener Nachmittag, sondern ein kleines Vergnügen.
In Japan ist das anders. Die Läden hier sind oft sehr ordentlich, und die Sachen sehen fast neu aus. Wenn eine Jacke einen kleinen Fleck hat, steht das meistens genau auf dem Etikett. In Deutschland muss man selbst genauer hinschauen: Ist der Pullover schon abgenutzt? Hat die Tasche äußerliche Mängel?
Für mich ist die wichtigste Frage immer dieselbe: Kann ich damit leben? Ein kleiner Kratzer an einem Tisch stört mich nicht. Ein kaputter Reißverschluss dagegen schon. Wenn der Preis wirklich gut ist, schlage ich zu — und wenn ich zu lange überlege, ist das Teil oft schon weg. Das habe ich mehr als einmal bereut.
Letzte Woche habe ich in Himeji einen alten Holzstuhl gefunden. Er war günstig, er war stabil, und er hat nur eine kleine Schramme an einem Bein. Ich habe ein Schnäppchen gemacht — und ich sitze gerade darauf, während ich diesen Text schreibe.
Und du? Kaufst du gern secondhand, oder bevorzugst du neue Sachen?